SV 1924 Glehn

Favoritensiege in Glehn: Deutschland und Australien holen sich den WM-Titel

     Die Favoriten sind ihrer Rolle bei der Glehner Grundschul-Weltmeisterschaft gerecht geworden: In Team Deutschland bei den Mädchen und Australien bei den Jungs setzten sich die schon alleine aufgrund ihres Alters hoch gehandelten Mannschaften aus der vierten Jahrgangsstufe gegen ihre Kontrahenten hoch. Während die Mädchen über eine Doppelrunde mit vier Nationalteams aus den vier Jahrgängen ihren „Weltmeister“ ermittelten, kam es bei den acht Jungen-Mannschaften zum Finale der „Socceroos“ gegen Japan, das überraschenderweise die 3b erreicht hatte, dort aber in einem stimmungsvollen Endspiel beim 0:2 chancenlos war.

     Die Stimmung bei den rund 500 Zuschauern im Sportpark war ohnehin prächtig: Nach vier Jahren Pause – die EM 2020/21 musste pandemiebedingt ausfallen, luden die Gemeinschaftsgrundschule Glehn, ihr Förderverein und der SV Glehn wieder zu einem großen Fußballfest in den Sportpark ein. Und die Gäste durften ihr Kommen nicht bereuen, denn neben dem großen Ehrgeiz und der Spielfreude der Kinder auf dem Platz war es vor allem auch das engagierte Auftreten der „Fanlager“, die für eine stimmungsvolle Atmosphäre auf der Johannes-Büchner-Straße sorgten.

     Denn dieses Gemeinschaftserlebnis war das vorrangige Ziel des Organisationsteams um David Wallen (Förderverein), Kathrin Bayer (Schulleitung) und Norbert Jurczyk vom SV Glehn, der im Vorfeld eine „gigantische“ Fußball-Party angekündigt hatte: „Ich habe hier ja tagtäglich auf der Anlage miterleben dürfen, wie sich die Teams vorbereitet haben. Da konnte man schon erahnen, was daraus werden würde“, sagte der SV-Vorsitzender, der bereits seit 2008 zusammen mit Schule und Förderverein die alle zwei Jahre stattfindenden Events WM/EM ins Leben gerufen hatte. Rund 130 Mädchen und Jungs hatten sich für die WM angemeldet und wer selbst nicht Fußball spielen wollte, fand seinen Platz als „Wasserträger“, „Sanitäter“ oder in der Fanbase.

      Die Glehner Grundschülerinnen und Grundschüler hatten sich schon Wochen zuvor auf ihren Auftritt gefreut und sich intensiv darauf vorbereitet. Väter und Mütter engagierten sich als „Nationaltrainer“, bastelten Trikots und Fanutensilien gemeinsam mit den Kindern und studierten gar Schlachtenrufe ein. Die liebevoll gestalteten Outfits wurden beim Turnier dann durch eine Jury bewertet, als Sieger ging das Team Ghana, die mit einem mit vielen Details gespickten Trikot aufliefen. Die „Westafrikaner“ aus den Klassen 2a und 2b gingen besonders motiviert in die WM, hatte doch einen Tag zuvor deren „echter“ Nationaltrainer Otto Addo aus dem Trainingslager der „Black Stars“ eine Grußbotschaft per Video an die Glehner übermittelt.

     „Wir haben uns bemüht, den Kindern ein richtiges Erlebnis zu bieten. Sie sollten sich heute einmal wie die richtigen Stars fühlen“, sagte Jurczyk, der dann auch in viele leuchtende Kinderaugen blicken durfte. Mit einer Eröffnungszeremonie, Nationalhymnen und wehenden Fahnen fühlte sich die Glehner WM auch tatsächlich ein wenig wie das „große“ Fifa-Ereignis an. Und die beiden WM-Pokale, die Wallen bei der Siegerehrung neben den Medaillen für jedes Kind überreichen durfte, waren nicht zu übersehen: „Größer als mancher Erstklässler“, so Wallen. „Wahrscheinlich hatten wir hier eine bessere Stimmung, als es in Katar der Fall sein wird. Und das ist auch ein Verdienst des Fördervereines, der ein tolles Verpflegungsprogramm auf die Beine gestellt hatte“, sagte Jurczyk, der sich darüber freute, wie gut die Elternschaft die Veranstaltung angenommen hatte und den spätsommerlichen Abend noch lange auf der Sportanlage ausklingen ließ.

     Sportlich beeindruckte die Verantwortlichen vor allem der respektvolle Umgang der Spielerinnen und Spieler untereinander. So sorgten die Viertklässler dafür, dass die körperlich unterlegenen Schulneulinge nicht abgeschossen wurden und selbst Erfolgserlebnisse generieren konnten. Team Niederlande, bestehend aus Mädchen der ersten Jahrgangsstufe, die nahezu allesamt noch keine Erfahrung im Fußball hatten, feierten ihren Sieg über Spanien (1:0) fast wie einen WM-Titel selbst. „Einige von den Girls haben sich jetzt auch für die Mädchenfußball-AG in der Schule, die durch unsere FSJler geleitet wird, angemeldet“, sagt Jurczyk, „da finden bestimmt auch einige den Weg in den Verein. Ein paar Talente war da auch mit dabei. Aber das wichtigste war: Die Kinder hatten unbändigen Spaß und dafür hat sich der Aufwand mehr als gelohnt.“ 


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