Grimlinghausen besiegt Glehn im Rumpelfußball-Drama
Grimlinghausen entscheidet Rumpelfußball für sich =
Schon vor dem Spiel bei der SG Grimlinghausen/Norf war klar, dass Trainer Frank Lambertz am Sonntag wohl einige graue Haare mehr bekommen würde. Aus dem eigentlich gut aufgestellten Kader fehlten neben den rotgesperrten Sebastian Steen und Darian Hmsaleh gleich sechs weitere verletzte Spieler, die auch der neu ins Team geholte Physiotherapeut Kevin Breuer nicht rechtzeitig spielfit kneten konnte.
Dennoch stellten die Glehner eine mehr als ansehnliche erste Elf auf, die auch ohne diese acht Ausfälle den Anspruch haben sollte, gegen den Tabellenvorletzten drei Punkte einzufahren. Was jedoch in den folgenden 90 Minuten an Rumpelfußball auf dem Norfer Kunstrasen geboten wurde, bezeichnete Lambertz nach dem Spiel, das 3:4 (2:3) verloren ging, selbst als „katastrophal“.
Bei frühlingshaften Temperaturen tasteten sich beide Teams zunächst ab, ehe die Gastgeber aus Neuss zunehmend das Spielgeschehen übernahmen. Umso schmeichelhafter war die Glehner Führung: Thomas Burbach fing einen viel zu kurz geratenen Abwehrversuch des Grimlinghausener Torwarts Christoph Börger ab, ließ einen Gegenspieler aussteigen und traf zur Führung für die Gäste (24.).
Diese hielt jedoch nicht lange. Über die Entstehung des Ausgleichs durch David Gette im der 32. Minute lässt sich durchaus diskutieren, da der junge Schiedsrichter Jan Niklas Ripphahn zuvor ein Foulspiel in der Glehner Vorwärtsbewegung nicht ahndete und auch im weiteren Verlauf des Spiels eine klare Linie vermissen ließ. Dennoch war dies nicht der Grund dafür, dass Grimlinghausen vier Minuten später verdient in Führung ging. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld fühlte sich keiner der elf Glehner Akteure für die Hereingabe verantwortlich, so dass Nick Potzinger am zweiten Pfosten völlig frei zum Kopfball kam und nur noch einnicken musste.
Danach ging zumindest kurzzeitig ein Ruck durch die Glehner Mannschaft. Tobias Böhme belohnte die Bemühungen mit einem traumhaften Volleyschuss aus rund 20 Metern zwei Minuten vor dem Seitenwechsel zum Ausgleich. Dass es die Glehner dennoch nicht schafften, diesen Spielstand mit in die Kabine zu nehmen, war sinnbildlich für die erste Halbzeit. Ohne große Not gelang es weder der Defensive noch Luca Hüttges – der für den gesperrten Steen zwischen den Pfosten stand – den Ball aus der Gefahrenzone zu klären. So musste Nunez Fernandes mit dem Pausenpfiff den Ball aus rund 30 Metern nur noch ins verwaiste Tor schieben.
Auch wenn Glehn durch Dane Siewierski nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff erneut ausgleichen konnte, gelang es der Mannschaft nicht, Ruhe oder Kontrolle in ihr Spiel zu bringen. Zu viele Ungenauigkeiten, zu große Abstände und zu wenig Gier ermöglichten den aufopfernd kämpfenden Neussern immer wieder gefährliche Aktionen. Zweimal rettete das Aluminium für Glehn, mehrfach konnte sich Hüttges mit sehenswerten Paraden auszeichnen.
Zwar erspielte sich auch Glehn zwischenzeitlich zwei bis drei gute Möglichkeiten, doch der erneute Führungstreffer für die Spielgemeinschaft aus dem Neusser Süden durch Marcel Gasch in der 77. Minute war nicht nur sehenswert, sondern auch verdient. Die anschließenden Bemühungen der Gäste endeten meist spätestens am gegnerischen Strafraum, sodass es beim 4:3-Endstand blieb.
Ein Punkt aus den ersten beiden Spielen gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel ist die ernüchternde Bilanz einer durchwachsenen Rückrundenvorbereitung. Durch den Rückzug der Zonser hat Glehn nun zwei Wochen Zeit, sich auf die nicht einfacher werdende Aufgabe in Vorst vorzubereiten.