Glehn bringt Tabellenführer Delhoven an den Rande einer Niederlage

Simon Hilliges lieferte eine überragende Vorstellung ab

     Kellerkind gegen Spitzenreiter – Die Aussichten auf einen Punktgewinn des Tabellenvorletzten SV Glehn gegen den Tabellenführer aus Delhoven waren vor dem Spiel alles andere als gut. Im vorgezogenen Abendspiel am Donnerstag ging die Glehner Heimmannschaft als klarer Außenseiter ins Rennen und die Wettquoten für einen Sieg der Gastgeber wurden bei den ortsansässigen Buchmachern im hohen zweistelligen Bereich gehandelt. Entgegen der Vorhersagen sollten die trotz nasskaltem Herbstwetter angereisten Zuschauer ein spektakuläres Spiel auf Augenhöhe zu sehen bekommen, das erst in der Nachspielzeit mit 3:4 (1:2) zu Gunsten des haushohen Favoriten entschieden werden sollte.

     Von Beginn an wurde die Partie sehr engagiert und offen von beiden Mannschaften geführt. Es ging auf und ab und beide Mannschaften investierten viel. Die Dormagener schienen zunächst Probleme mit dem nassen Kunstrasen zu haben und leisteten sich einige Fehler im Spielaufbau. Die Elf von Trainer Thomas Maaßen hingegen kam gut in die Partie und erspielte sich in der ersten Viertelstunde mehrere Möglichkeiten vor allem durch den sehr agilen Simon Hilliges, die aber nicht verwertet werden konnten.

     In der 18. Minute zeigte sich dann zum ersten Mal die individuelle Qualität der Gäste.  Ein Stürmer tankte sich am Sechzehner gut durch, verzog aber nach der guten Einzelleistung freistehend aus etwas spitzem Winkel links am Tor vorbei. Nur eine Minute später machte es Meikel Kupper dann besser, schirmte den Ball erneut am Strafraum mit dem Rücken ab und traf aus der Drehung unhaltbar für den Glehner Torwart Sebastian Steen zum 0:1. Der Schock des Rückstands war noch nicht bei allen Anwesenden angekommen, da klingelte es erneut im Glehner Tor. Nur eine Minute später, quasi direkt im Gegenzug zum Anstoß fiel das 2:0 für Delhoven. Eine Flanke fand aufgrund der im Zuge des Anstoßes vorgerückten und zurückeilenden Heimabwehr einen völlig blank zentral vor dem Tor stehenden Kupper, der in aller Ruhe den Ball annehmen und aus 7 Metern locker einschieben konnte.

     Wer nun dachte, dass Spiel sei entschieden und die Glehner würden sich nach dem Doppelschlag aufgeben, musste sich allerdings eines Besseren belehren lassen. Nachdem sich kurz geschüttelt wurde fand dieHeimmannschaft schnell zurück ins Spiel und drängte auf den Anschlusstreffer. In der 24. Minute kam Hilliges nach einer Ecke aus knapp fünf Metern frei zum Schuss. Ein Abwehrspieler der Gäste konnte sich aber so eben noch in den Ball werfen und diesen über die Latte lenken. Zwei Minuten später verzog Hilliges aus knapp 15 Metern knapp links oben am Tor vorbei, nur zwei weitere Minuten später scheiterte der Stürmer nach Pass von Rainer Hoffmann von der 16er-Grenze am parierenden Torwart Lukas Hermes aus Delhoven.

     Zehn Minuten vor der Pause belohnten sich die Glehner dann endlich für ihr beherztes Auftreten.  A-Jugend-Torwart Steen schlugt einen hervorragenden Pass über 60 Meter auf Hilliges, der den Ball perfekt verarbeitete und schließlich quer auf den mitgelaufenenen Jens Neyers passte. Der A-Jugendliche behielt die Nerven und schloss aus zehn Metern clever zum verdienten 1:2 ab. Eine tolle Aktion aller Beteiligten, die stellvertretend für die tolle Moral der gesamten Mannschaft nach dem Doppelschlag aus der 20. Minute stand.

     Bis zur Pause gab es keine nennenswerten Torchancen mehr. In der Halbzeitpause klang Gäste-Trainer Dennis Kessel durch die Türe recht unzufrieden. Glehn hingegen startete mit der Hoffnung noch etwas holen zu können, in die zweite Hälfte. Diese startet erneut sehr laufintensiv von beiden Mannschaften. In der 53. Minute versuchten die „Blauen“ einem langen Ball nach vorne die Delhovener Hintermannschaft auszuhebeln. Das gelang auch, allerdings kam der Ball durch bis zum Torwart der Gäste. Dieser versuchte den Ball vor dem Strafraum zu klären, konnte aber unter dem Druck der anlaufenden Offensivspieler Glehns nur flach in die Mitte passen. Dort erkannte der auffällige Hilliges die Situation am schnellsten und hielt ohne lange zu fackeln aus 35 Metern direkt drauf. Der Ball überflog sehenswert den zurückeilenden Keeper gegen dessen Laufrichtung und landete zum umjubelten 2:2-Ausgleich im Tor.

     Glehn agierte fortan mit breiter Brust und spielte die fast wie gelähmt auftretenden Delhovener fast an die Wand. Der Spielaufbau der Gäste wurde bereits im Ansatz unterbrochen und Delhoven bekam den Ball kaum noch nachhaltig in die gegnerische Hälfte. In der 62. Minute eroberte Lukas Beil in einer ähnlichen Situation willensstark den Ball im Mittelfeld und lupfte den Ball auf den erneut schnell schaltenden Hilliges. Dieser ging alleine auf das Tor zu und passte genau im richtigen Moment quer auf Niklas Jonas, der keine Mühe hat, dem bereits überspielten Torwart das 3:2 einzuschenken. Die Glehner Führung  war zu diesem Zeitpunkt hoch verdient und Glehn hatte das Spiel gegen die Ligaprimus nach dem 0:2 tatächlich gedreht.

     Erst in der 67. Minute tauchten die Gäste wieder mal vor dem Glehner Tor auf. Aus einer ungefährlichen Situation wird ihnen nach einem unnötigen Foul ein Freistoß kurz vor dem Strafraum zugesprochen. Dieser wird zunächst von der Mauer abgefälscht, setzt dann vor dem stark spielenden Torwart Steen noch mal auf und flutscht irgendwie durch Arme und Beine durch ins Netz. Dem jungen talentierten Schlussmann ist aber in dieser Situation kein Vorwurf zu machen. Das Zusammenspiel zwischen dem abgefälschten Ball, dem Aufsetzer auf dem nassen Platz und dem Drall machten die Abwehraktion nicht leicht. Umso ärgerlich war für Glehn der vermeidbare Freistoß, der den Gästen quasi aus dem Nichts den Ausgleich bescherte.< Das Spiel blieb weiter spannend, in der 80. Minute konnte Steen einen Fernschuss der Gäste entschärfen, kurz später verfehlte der Ball knapp den heimischen Pfosten. Glehn kämpfte um seinen Kapitän Stephan Janßen herum aufopferungsvoll und wollte mit aller Macht zumindest den einen erarbeiteten Punkt behalten. Klare Chancen sehen die Zuschauer auf beiden Seiten nicht mehr, bis es in der 90. Minute dann zum tragischen und unverdienten 4:3 für die Delhovener kam: Der Ball wurde nach einem Pressschlag im Mittelfeld der Delhovener Hälfte unabsichtlich durch die letzte Abwehrreihe der Glehner gespielt. Dort kann sich Mittelstürmer Kupper alleine mit dem Ball auf den Weg Richtung Glehner Tor machen, lässt Steen keine Chance und traf zum 4:3-Auswärtssieg. Kurz später pfiff der bis auf wenige Ausnahmen sehr gut und sehr konsequent leitende Schiedsrichter Andre Horst mit etwas zu wenig Nachspielzeit die Partie ab. Während Delhoven jubelte, taten sich die schwer enttäuschten Glehner schwer, die Niederlage zu verstehen bzw. zu beurteilen. „Wahrscheinlich darf man als Tabellenvorletzter nicht gegen einen Spitzenreiter gewinnen“, sagzte Glehns 2. Vorsitzender Patrick Förster nach der Partie. „Vorzuwerfen haben sich die Spieler und Verantwortlichen jedenfalls nichts, im Gegenteil. Wer so beherzt auftritt und mit so viel Leidenschaft über 90 Minuten kämpft hat im Tabellenkeller eigentlich nichts zu suchen. Bleibt zu hoffen, dass das Glück bald zurück findet“.

 

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