2:4 in Novesia: Doch Glehn verkauft sich teuer beim Tabellenführer

Traf zweimal in "Goalgetter-Manier" als Joker: Glehns Heinz-Georg Rath

     Der SV Glehn hat bei Tabellenführer DJK Novesia Neuss beim 2:4 (0:2) die siebte Niederlage in Folge hinnehmen müssen und steckt damit weiter im Tabellenkeller fest. Die Art und Weise, wie sich die arg gebeutelte Mannschaft von Thomas Maaßen beim Spitzenreiter verkauft hat, stimmt aber weiter hoffnungsvoll für die Aufgaben in den kommenden Wochen.

     Das ganze Ausmaß der Misere lässt sich am besten auf der Torhüterposition ablesen: Stammkeeper Stefan Schmitz fehlt weiter verletzt, sein Bruder und Vertreter Christian sah in der Vorwoche die Rote Karte. Reserve-Torhüter Daniel Beil und Thomas Dreuw von den Alten Herren, fehlte ebenso wie die beiden A-Jugend-Keeper Sebastian Steen und Simon Höch, die bereits ebenfalls in der noch recht jungen Saison das Gehäuse des SV Glehn gehütet hatten. So kam im 35 Jahre alten Torwart-Trainer Daniel Schumacher bereits der siebte (!) Schlussmann in der laufenden Saison für die Blau-Weißen zum Einsatz. An den vier Gegentoren war Schumacher schuldlos, im Gegenteil: Der Keeper strahlte mit seiner Gelassenheit viel Ruhe aus und setzte sich mehrfach gut in Szene.

     Auch auf dem Feld kratzte Maaßen aufgrund der Vielzahl an Ausfällen sein letztes Aufgebot zusammen. Und die, die sich in den Dienst der Mannschaft stellten, konnten aus verschiedenen Gründen auch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sein. Doch meistens ist es ja so, dass gerade vermeintliche Notmannschaften eine entsprechende Mentalität entwickeln. So geschah es auch am Sonntag: Mit Herzblut und viel Einsatz verteidigte Glehn sein Gehäuse, hatte dem Favoriten allerdings spielerisch wenig entgegen zu setzen. So ergab sich zwangsläufig eine große Überlegenheit und bereits in der 9. Minute klingelte es im Glehner Tor: Gabriel Bittencourt, Bruder des beim 1. FC Köln spielenden Profis, brachte die Hausherren in Führung. Als dann in der 22. Minute durch Andre Cristovao nach einen Freistoß das 2:0 fiel, schienen sich die Glehner Befürchtungen zu bewahrheiten, dass der Sonntag recht unangenehm werden könnte. Doch die Mannschaft gab sich nicht auf und hielt kämpferisch dagegen. Zum Glück stand der Gastgeber sich auch oft selbst im Weg und ließ Zielstrebigkeit vermissen.

     Nach der Halbzeit veränderte sich das Bild kaum: Timo Pesch rackerte zwar in der Spitze unermüdlich und machte hier einen sehr guten Job, doch gefährlich vor des Gegners Tor kamen die „Blauen“ kaum. Die Neusser legten nun auch eine gewisse Arroganz an den Tag  und versuchten den SVG mit dem einen oder anderen Hackentrick und Lupfern vorzuführen. Trotz einiger Chancen blieb es aber vorerst beim 2:0. Erneut Bittencourt sorgte aber dann in der 68. Minute mit dem 3:0 für die vermeintliche Entscheidung. Im Anschluss daran mussten Lukas Beil und Mario Rosa Gastaldo vom Feld und wurden durch Heinz-Georg Rath, der sein Debüt für Glehns Erstvertretung gab, und dem A-Jugendlichen Marius Tillmanns ersetzt.

     Novesia steigerte seine Arroganz noch ein wenig und wurde zudem hinten unkonzentriert. Der erste richtig gut geführte Konter führte prompt zum 3:1. Niklas Jonas konnte auf der linken Seite freigespielt werden und seine Hereingabe verwertete Debütant Rath (72.). Leidglich ein Schönheitsmakel dachte man wohl auf Seiten des Spitzenreiters, der aber nur vier Minuten später erneut kalt erwischt wurde: Wieder kam die Hereingabe von der linken Seite und erneut verwertete der eigentlich in der Reserve als Verteidiger spielende „HG“ im Stile eines Goalgetters zum 3:2. Verwundert rieben sich die Zuschauer die Augen, denn auf einmal wurde ein Punktgewinn für die Gäste möglich. „Unsere Truppe versuchte nun alles, und ich weiß nicht was passiert wäre, hätte Timo Pesch im Anschluss an eine Standardsituation den Ball zum 3:3 eingeschoben“, sagte Glehns Vereinschef Markus Drillges. Bei dieser Situation fehlten vielleicht zehn Zentimeter und die Überraschung wäre perfekt gewesen. So führte einer der zahlreichen schnell gespielten Konter der Novesia zum endgültigen K.O. und einem Eigentor von Verteidiger Philipp Homberg (87.).

     „Mehr als wacker aus der Affäre gezogen, kann man da nur sagen. Auch in den nächsten Wochen wird es personell nicht viel besser, doch nun stehen Spiele gegen Gegner an, die man auf jeden Fall schlagen kann. Dann müssen in der Winterpause Alternativen her, um dem Abstiegsgespenst erneut zu entwischen“, so Drillges.

 

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