Saisonvorschau: Der SV Glehn mischt Bewährtes mit neuen Impulsen

     Altbewährtes mit neuen Impulsen aufgefrischt: Der SV Glehn geht mit einer Kombination aus gestandenen Kräften und neuen Trainern in die Spielzeit 2017/18. Während bei den 19 Jugendmannschaften und den Damen das Trainerteam weitestgehend unverändert bleibt, setzen die beiden Seniorenmannschaften auf viel frischen Wind durch die beiden neuen Männer an der Seitenlinie.

     Thomas Maaßen, der Markus Franken als Coach der 1. Mannschaft abgelöst hat, ist im Fußballkreis Neuss/Mönchengladbach beileibe kein Unbekannter. Der gebürtige Neusser schaffte es als aktiver Spieler auf seinen Stationen beim VfR Neuss, Borussia Mönchengladbach, dem VfB Speldorf und der SpVgg Velbert immerhin bis in die Oberliga, der damaligen dritthöchsten Spielklasse in Deutschland. Als Trainer von Seniorenmannschaften war der 49-Jährige für die SpVgg Gustorf-Gindorf, den SV Hemmerden und den BV Weckhoven aktiv. „Der Verein setzt langfristig auf den Nachwuchs aus den eigenen Reihen, das ist in diesen Spielklassen der einzig gangbare Weg“, so Maaßen, der bereits in der abgelaufenen Saison als Trainer der Glehner C-Jugend intensiv Vereinsluft schnuppern konnte. „Ich bin total überzeugt vom Konzept, wie hier in der Jugend gearbeitet wird. Der Verein betreibt hier nachhaltig Zukunftssicherung und sportlich wird es sich in den kommenden Jahren auch auszahlen“, so Maaßen der mit seiner stets offenen und kommunikativen Art im Klub bereits viele neue Freunde gewonnen hat. „Maaßen ist ein absoluter Glücksfall für den SV Glehn“, ist sich auch Vereinschef Markus Drillges sicher. „Ich weiß nur nicht, ob das die Schiedsrichter auch so sehen“, schmunzelt Glehns 1. Vorsitzender in Anspielung darauf, dass Maaßen gerne impulsiv von der Seitenlinie aus coacht – und dabei meist im statt außerhalb des Feldes steht.

     Sportlich dürfte das kommende Jahr allerdings wiederum einen Kampf um den Klassenerhalt in der Kreisliga A bedeuten. Kapitän Christian Böhme beendete seine Laufbahn, in Manuel Schröter und Bernhard Gerhards (beide SC Broich-Peel) verließen zwei Kaderspieler den Verein. Die Hoffnungen der Verantwortlichen auf den einen oder anderen externen Neuzugang haben sich nicht erfüllt, möglicherweise auch eine Folge dessen, dass der SV Glehn konsequent auf die Zahlung von „Spielergehältern“ auf Kreisligaebene verzichtet und erst gar keine „Söldnermentalität“ in der Mannschaft aufkommen lässt. So muss der verbliebene Kader sein ganzes Potenzial auf Dauer abrufen, damit im Mai 2018 dem SV Glehn wieder das Prädikat „unabsteigbar“ verliehen werden kann. Helfen soll dabei der 1999er Jahrgang der A-Jugend, die komplett für den Seniorenbereich spielberechtigt gemacht wurde. „Wir dürfen die Erwartungen an die Jungs jetzt aber nicht so hoch schrauben. Da kommen in den kommenden Jahren viele Spieler nach oben, die das Gesicht der Mannschaft auf Jahre prägen können. Aber gerade im ersten Jahr können es keine Heilsbringer sein, dafür ist der Unterschied zwischen dem Jugend- und Seniorenfußball einfach zu groß“, warnt Drillges vor überzogenen Ansprüchen. „Aber wir werden jeden Sonntag einen bis zwei Jungs mit in den Kader nehmen, damit sie nicht nur für den Notfall ihre ersten Erfahrungen sammeln können.


     Die Saisonvorbereitung verlief daher auch unter dem Motto: „Als Mannschaft zusammen finden“. Maaßen hatte seinen Jungs ein durchaus stattliches Pensum abverlangt und war mit der Beteiligung und dem Einsatz bei den Trainingseinheiten zufrieden. „Bei der ein oder anderen Trainingseinheit hätte ich mir schon gewünscht, dass mir einen größeren Kader zur Verfügung stünde. Urlaub, Verletzungen und berufliche Gründe waren dafür verantwortlich, dass mache Trainingseinheit gar weniger als 10 Feldspieler anwesend waren.“


     Beim Testspielauftakt gegen den ambitionierten B-Ligisten SV Bedburdyck-Gierath II offenbarte die neu formierte Glehner Defensive beim 4:4 (1:3) noch einige Defizite, dafür boten sich offensiv vor allem im zweiten Spielabschnitt einige gute Ansätze. Beim anschließenden 0:2 (0:0) gegen den C-Ligisten Germania Grefrath zeigte die Mannschaft zwei Gesichter. Die erste Halbzeit noch bemüht mit vielen Torchancen folgte eine schlichtweg „katastrophale zweite Halbzeit“, so Coach Maaßen. Gegen den wiederbelebten VfR Neuss, der mit einer deutlich verstärkten Mannschaft alles auf die Karte Aufstieg in die Kreisliga B setzt, betrieb die Maaßen-Truppe dann beim 8:0 (5:0) Wiedergutmachung, ehe mit einem deutlichen 9:1 (6:0)-Sieg beim C-Ligisten RS Horrem souverän die zweite Pokalrunde erreicht wurde.
 
     Nach einem weiteren Testspiel am kommenden Donnerstag (10. August/19.30 Uhr) beim Lokalrivalen SV Hemmerden steht am 17. August (Donnerstag/20.00 Uhr) der Saisonauftakt beim SC Kapellen II auf dem Programm. Sportlich ist der Bezirksliga-Absteiger schwer einzuschätzen und gerade beim ersten Spiel muss damit gerechnet werden, dass der SCK Spieler aus dem Landesliga-Kader der „Ersten“ einsetzen wird. An diesen Mutmaßungen möchte sich Maaßen aber nicht beteiligen: „In unserer Situation gibt es weder leichte noch schwere Gegner zum Auftakt. Positiv ist lediglich, dass wir ausnahmsweise mal nicht gegen Novesia starten“, so Glehns Neutrainer, „die zählen nämlich zu den Top 5 der Liga“. In der Tat war in den vergangenen Jahren häufig der Gegner aus dem Neusser Jahnstadion erster Kontrahent in der neuen Spielzeit. Dabei verliefen die Ergebnisse (0:5, 1:1, 1:5) nicht wirklich positiv für den SV Glehn.

     Beim Heimauftakt am 27. August ist dann mit dem VdS Nievenheim die nächste Zweitvertretung zu Gast an der Johannes-Büchner-Straße. Zeitgleich findet dann auch die offizielle Saisoneröffnung des Vereines statt, bei der die Jugendabteilung mit der Fußball-Kirmes TRIXITT aufwartet. Weiter geht es mit einem Gastspiel beim 1. FC Grevenbroich-Süd, das wegen des Glehner Schützenfest auf den 31. August (19.30 Uhr) vorverlegt worden ist. Den Klassenerhalt feiert die Maaßen-Truppe hoffentlich spätestens am 3. Juni 2018 beim FC Delhoven.


     Beim SV Glehn II werden für die kommende Saison in erster Linie fast alle Uhren auf Null gestellt. Nach einer in vielen Punkten unbefriedigenden Saison probiert der Verein für die neue Spielzeit einen Neuanfang: Auf den Duisburger Trainer Martin Stolz folgt in Willi Conrads ein erfahrener Recke in der Verantwortung für die Reserve, deren Gesicht sich deutlich verändert hat. „Einige Spieler stehen aus verschiedenen Gründen nicht mehr zur Verfügung, dafür haben wir einige Rückkehrer in den Verein“, sagt Glehns Vorsitzender Markus Drillges. „Wir haben mit vielen unserer Ehemaligen gesprochen, sie angeschrieben und zu einem Comeback eingeladen. Ich bin mir sicher, dass wir für Conrads, der von seiner letzten Trainerstation bei Adler Nierst die erfahrenen Danijel Lucic, Marcel Sachsenhausen und Philipp Novak nach Glehn mitgebracht hat, eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt bekommen“, so Drillges, den auch die teilweise hohen Testspielniederlagen gegen überwiegend höherklassige Gegner nicht aus der Ruhe bringen.


     Denn 2017/18 soll vieles anders und einiges besser laufen, als in der gerade zu Ende gegangenen Saison. In der Endabrechnung steht für Glehn II ein schwacher 12. Tabellenplatz mit 10 Siegen und 18 Niederlagen in der Kreisliga C zu Buche. Viele Verletzungen, eine schwache Trainingsbeteiligung und personelle Engpässe verhinderten eine deutlich bessere Platzierung, zu die die Mannschaft eigentlich in der Lage wäre. Folglich möchte Conrads zum aktuellen Zeitpunkt keine Prognose oder gar Saisonziele ausgeben. Dabei kann der 62-Jährige auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz verweisen, trainierte von der B-Jugend-Niederrheinliga bis zur Herren-Bezirksliga in vielen unterschiedlichen Mannschaften und Spielklassen. „Das Angebot des SV Glehn hat mich schon sehr gereizt. Das ist ein Verein, der auf seine gute Jugendarbeit setzt und immer wieder eigene Talente in die Senioren bringen will. Das war bei meinen bisherigen Vereinen in dieser Konsequenz eher nicht der Fall“, so der gebürtige Mönchengladbacher, der inzwischen in Gellep-Stratum beheimatet ist und „einfach mal etwas Neues machen wollte.


     Beim Langzeitprojekt Damenfußball wird 2017/18 die nächste Phase eingeläutet.  Nachdem der Aufbau der Jugendabteilung in den vergangenen Jahren erfolgreich vollendet wurde, startete die wiederbegründete Damenmannschaft in der abgelaufenen Saison in den Spielbetrieb. Für die kommende Spielzeit ist mit der Phase 3 die Stabilisierung und Bündelung aller Kräfte geplant, ehe 2018/19 dann im vierten Teil des Konzeptes alle Signale auf „Angriff“ gesetzt werden sollen. Für 2017/18 lautet daher der Auftrag an Trainer Ralf Mayer und sein Team: Stabilisieren und weiter Erfahrungen sammeln. Dessen Personaldecke ist kurz vor Saisonstart noch ausbaufähig, so dass auch hier wie bei den Männern der älteste Jugend-Jahrgang aushelfen muss. „Eine zusätzliche Torhüterin täte uns sehr gut, darüber hinaus sind Spielerinnen auf allen Positionen willkommen“, so Glehns Chefcoach, der in seine zweite Saison an der Johannes-Büchner-Straße geht. Einzige Bedingung für die Neuzugänge: „Sie müssen Bock darauf haben, Teil einer großen Fußball-Familie zu werden. Dann können sie hier mit glänzenden Perspektiven rechnen“, so Glehns Trainer.


     Der Personalsituation bei den Senioren geschuldet, hat der SV Glehn auch verzichtet, seine A-Jugend für die gemeinsam mit dem Mönchengladbacher Fußballkreis neu ins Leben gerufene Bezirksliga zu melden. „Die Jungs hätten schon das Potenzial gehabt, sich dafür qualifizieren zu können. Aber der Spieltag ist auf Sonntagmorgen um 11.00 Uhr angesetzt worden. Das ist für unsere feierfreudige Generation schon sowieso eine Höchststrafe und wir hätten im Bedarfsfall unserer ersten Mannschaft nicht aushelfen können“, sagt Jugendleiter Norbert Jurczyk. Denn im Gegensatz zu früheren Jahren dürfen Jugendspieler in der Neuzeit nur an einem Match pro Tag teilnehmen. Dafür hofft Jurczyk, mit dem gemischten Jahrgang 1999/2000 auf Kreisebene eine gute Rolle spielen zu können und sich für die in 2018 dann startende Leistungsklasse qualifizieren zu können. Die gleichen Ambitionen hegt Ralf Lingen, dessen B-Jugend im Vorjahr den Staffelsieg in der Kreisklasse holte und nun mit den neuen Jahrgängen 2001/02 einen weiteren Angriff unternimmt.

     Ab der C-Jugend hat der größte Korschenbroicher Fußballverein dann seine Altersklassen fast ausschließlich doppelt besetzt. Die neue „C“ hat zwar in Maaßen den Verlust des Chefcoaches zu beklagen, Motivationsprobleme haben die Jungs deswegen aber nicht. „Thomas hat die Truppe so heiß gemacht, als er ihnen am Saisonende mit auf dem Weg gegeben hat, dass er alle in vier Jahren bei sich in der ersten Mannschaft sehen will“, sagt Georg Goffin aus dem Jugendvorstand. Mit Hans-Georg Kluth und seinem Trainerstab rückt zudem ein erfahrenes Team in den C-Jugend-Bereich auf und hat nun die verantwortungsvolle Aufgabe, aus den beiden Jahrgängen 2003 und 2004 eine Einheit zu formen.

     Im Kinderfußballbereich freut sich der SV Glehn über einige Verstärkungen in der Trainerschaft: Neben dem neuen FSJler Marc Geerkens, der sich hauptverantwortlich um die Mini-Bambinis kümmern und im Trainerstab bei den Bambinis und der D-Jugend mitarbeiten wird, konnten drei junge Damen für den Trainerjob begeistert werden: Hannah Bauer (U9-Mädchen), Lena Kühlkamp (U11-Mädchen) und Lena Ciochon (Bambinis) heißen die Neuzugänge auf dem Trainingsplatz. Bauer und Ciochon haben ihre Trainerausbildung bereits absolviert, bei Kühlkamp steht sie unmittelbar bevor. Mit über 40 ausgebildeten Trainerinnen und Trainern besitzen die Glehner damit weiter eines der am besten ausgebildetesten Teams weit und breit und fühlen sich damit für die „Herkulesaufgabe“, den Spagat zwischen schon leistungsstarken Kindern und Spielern, die noch hintendran stehen, zu bewältigen, gut gerüstet. Denn in Glehn soll jedes Kind, das Fußball spielen möchte, in der „football Family“ eine Heimat finden.
 
     Im Mädchenbereich stellen die Glehner mit über 130 Mädchen in sieben (!) Mannschaften wieder die größte Abteilung kreisweit. Bei den U17-Girls konnten zwei Teams gebildet werden, ebenso bei der U13. Die Abteilung komplettieren die U15-Mädchen, die als letztjährige U13 alles an Titeln abgeräumt haben, was es im hiesigen Mädchenfußball zu gewinnen gab. Im Spielbetrieb befinden sich zudem eine U11- und sogar eine U9-Mädchen.

 

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