Neue Sporterfahrung: Blindenfußball zu Gast beim SV Glehn


Die Blindenfußball-Bundesliga (Foto: DFB)

     Die A- und C-Jugend-Spieler des SV Glehn kommen am Donnerstag (19. Oktober) in den Genuss eines besonderen Fußballerlebnisses: Gefördert von der Deutschen Telekom wird Nationalspieler Hasan Koparan von Schalke 04 die Sportart Blindenfußball vorstellen und die Glehner Spieler zum Mitmachen animieren.

     Das Förderprojekt „Neue Sporterfahrung“ führt die Deutsche Telekom bundesweit in Kooperation mit den Partnern Deutscher Behindertensportverband (DBS) und der Sepp-Herberger-Stiftung durch. Norbert Jurczyk, Jugendleiter des SV Glehn, ist begeistert: „Der SV Glehn ist bekannt dafür, dass er gerne über den Tellerrand hinaus schaut und in seiner ‚football family‘ Fußball nicht auf Tore, Punkte und Tabellen reduziert. So freuen wir uns, unsere Sportart einmal aus einer anderen Perspektive erleben zu dürfen, neue Erfahrungen zu sammeln und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Einschränkungen abzubauen.“

     „Fußball ist deshalb so spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht“ wusste schon Sepp Herberger. Diese Fußballweisheit gilt natürlich auch für den Blindenfußball, der darüber hinaus auch noch ein „Geheimnis“ birgt. Das Geheimnis in seinem Inneren sind mehrere Metallplättchen mit kleinen Kügelchen, die wiederum für ein rasselähnliches Geräusch sorgen. Denn der Ball wird von den Spielern rein über das Gehör wahrgenommen. Also Fußball in absoluter Dunkelheit, etwa so, als würde das Flutlicht im Stadion ausfallen und die Begegnung dennoch vom Schiedsrichter angepfiffen. 2004 – zu den Paralympischen Spielen in Athen – wurde dieser Sport speziell für Sehbehinderte in den Kanon der Olympischen Disziplinen aufgenommen.

     Je Mannschaft sind in 50-minütiger Spieldauer vier blinde Feldspieler eingesetzt. Ein sehender Torwart bewacht das Tor. Neben dem rasselnden Ball gibt der Tor-Guide oder „Caller“ seinen Mitspielern akustische Orientierung. Er steht hinter dem gegnerischen Tor und kann seinen blinden Mitspielern im Angriffsdrittel Anweisungen geben und sorgt dafür, dass die Torposition durch Zurufe immer klar lokalisiert werden kann. Die Spieler der gegnerischen Mannschaft müssen sich dem Ballführenden mit dem Ruf „Voy, voy, voy“ bemerkbar machen. Voy ist spanisch und heißt „Ich komme“. Diese besondere Sporterfahrung, welche Herausforderungen dieses Spiel birgt und welche Erfahrungen es bringt, können die Nachwuchsfußballer des SV Glehn nun selbst machen, indem sie sich in die Perspektive eines blinden Sportlers begeben. Eine echte Umstellung, denn weite Pässe, Flanken und Kopfbälle sind keine probate Taktik. Statt dessen führt ein gutes Dribbling, den Ball eng am Fuß führend, zum Erfolg.

     Mit diesen gemeinsamen Trainingseinheiten möchte die Deutsche Telekom Jugendlichen zeigen, welche Leistungen behinderte Sportler erbringen, indem sie selbst ausprobieren wie anspruchsvoll eine Orientierung ohne Sehvermögen ist. Angeleitet von Blindenfußballspielern machen Jugendliche erste Erfahrungen mit der Lebenswelt blinder und sehbehinderter Menschen, was den integrativen Charakter der Maßnahme unterstreicht.

 

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